Ferdinand Alms Alte neue Heimat

A chinese lion statue

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Nachrichten aus der alten Heimat

Ferdinand 13. Februar 2011

Umweltinformation:

Alles Laub der Eiche ist verweht und vom Schnee bedeckt

Seit einiger Zeit wird am Barkser Bach renaturiert: Ein Projekt des NABU hat seit 1992 das Ziel, einen vormals verrohrten und begradigten Bachlauf auf einer Länge von 745 m wieder in ein Bett aus Wasserbausteinen zu bringen um die zu hohe Fließgeschwindigkeit des Gewässers zu bändigen. Durch unmittelbare Anpflanzung von Erlen soll in der Folge die Selbstreinigungskraft erhöht werden. Gleichzeitig wurden nicht standortgerechte Waldbestände (z.B. Fichtenmonokulturen) beseitigt.

Der Rudi-Rotbein-Club
des NABU (Kindergruppe 3 bis 12 Jahre) hat im Süden des Bachlaufes bereits ein Insektenhotel gebaut. Es ist im Sommer bewohnt!

Reinkarnation

Der Barkser Bach hat viele Quellen

Am 13. November wurden die Pflanzarbeiten mit Erlen, Eschen und Pfaffenhütchen zwischen Schutzhütte und ehem. Kläranlage trotz Regens fortgesetzt.

Renaturierter Bach an der ehemaligen Kläranlage

Ebenso die Anpflanzung der Streuobstwiese mit nicht handelsüblichen Hochstamm-Apfelbäumen.
Alle Arbeiten sollen aber in diesem Jahre abgeschlossen werden.

Wenn Kinder heute eine Eiche pflanzen, muss man fast 300 Jahre warten, bis sie so groß wird!

Hallowahn (I)

Ferdinand 29. Oktober 2010

Ich erinnere mich:
Die Zeit war zu Ende – als wir auf dem Acker noch die schrecklich heißen, halb verkohlten Kartoffeln aus dem Kartoffelkrautfeuer verschlingen durften, ohne Salz oder Quark, ohne Messer oder Gabel – und die Rübenernte hatte begonnen, die war nichts für Kinder.
Und bis zum Martinsabend – wenn uns nach dem Absingen passender Lieder an den Haustüren wieder Äpfel oder Walnüsse oder vielleicht sogar zwei Sahnebonbons geschenkt würden – war’s leider noch etwas hin.

Weil es nun schon früh dunkel wurde und noch keine Straßenbeleuchtung gab, mussten wir uns darauf vorbereiten, mit einem Licht am Martinsabend durchs Dorf zu gehen. Lampions wären dafür gut geeignet gewesen, kosteten aber Geld. Also suchten sich Manche auf den Äckern die größte Runkel, höhlten sie mit einem Küchenmesser von oben her aus, schnitzten Augen, Nase und Mund auf einer Seite hinein, und bestückt mit dem Stummel einer Kerze war die Lampe fertig (sie ähnelte einer Duftlampe heutiger Zeit). Die Experten unter den Schnitzern wussten selbstverständlich: Als Werkstoff zur Lampenherstellung eignet sich nie die Zuckerrübe, sondern immer nur die Gemeine Runkelrübe!

Man trug sie auf Händen vor sich her – aber ein Licht, das den Weg gut beleuchtet hätte, gaben sie nicht ab. Die größeren Kürbisse aus dem Garten wären wohl bessere Lampen geworden, sie standen aber unter der Obhut der Mütter und waren somit tabu.
Irgendwann kam das Rübenlampenschnitzen aus der Mode, Lampions und Straßenlaternen erhellten den Martinsabendweg; die Anzahl der geschenkten Sahnebonbons vergrößerte sich und vielfältigere Süßigkeiten verdrängten Äpfel und Walnüsse.

Man kannte noch nicht Halloween, den irischen Brauch zu Allerheiligen. Der wurde in Nordamerika marktgerecht aufgebauscht, und, nach dem ersten Golfkrieg plötzlich, schwappte er rechtzeitig zur ausgefallenen Karnevalssaison nach Deutschland über.

Welche Folgen das hatte kann jetzt bei den Discountern gekauft werden:
Eine Menge von Begleitkitsch und sonderbaren Utensilien verwirren die Konsumenten, das Marketing für Halloween-Devotionalien läuft im Oktober auf Hochtouren; auch die Kürbisse aus Mutters Garten werden nun gewerblich angebaut und ermöglichen Amateurbildhauern Kunstwerke der besonderen Art zu erschaffen.

Der sittliche Brauch aus den Notzeiten des Heiligen St. Martin ist verkümmert, und durch einen neuen, profitableren Wirtschaftszweig verdrängt worden. Sogar die Gummibärenhersteller haben sich schon darauf eingestellt.

fa